Gesundheit, Wirtschaft und Konjunktur

Verschaffen Sie sich Klarheit über die aktuelle Situation im wirtschaftlichen Umfeld Ihres Unternehmens. Und informieren Sie sich regelmässig über die wichtigsten Konjunktur- und Wirtschaftstrends, die sich direkt oder indirekt auf das Zahlungsverhalten der Patientinnen und Patienten auswirken.

Es gibt verschiedene Indikatoren zum Wirtschaftsgeschehen und zur konjunkturellen Entwicklung. Hier präsentieren wir Ihnen einige ausgewählte Statistiken zu denjenigen Themen, die im Hinblick auf die Unternehmensführung und die Geschäftsentwicklung von Zahnarztpraxen relevant sind.

Quellen

Publikationen des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH und des Bundesamtes für Statistik BFS. Die Aktualisierung nehmen wir immer dann vor, wenn diese Institutionen ihre neuesten Daten und Informationen publizieren.

Kosten des Gesundheitswesens

Die Gesundheitskosten in der Schweiz steigen seit Jahren kontinuierlich an. Die Wachstumsrate der gesamten Gesundheitsausgaben beträgt laut KOF im Jahr 2017 3.5%. Für 2018 rechnet sie mit einer Zunahme um 3.8% und für 2019 um 3.9%. Bei den Zahnarztkosten prognostiziert sie für 2017 eine Zuwachsrate von 1.5%.

Kosten des Gesundheitswesens

Der Markt der zahnmedizinischen Behandlungen bewegte sich 2015 in einer Grössenordnung von etwas über 4 Milliarden Franken. Der Anteil der Zahnarztkosten an den Gesundheitskosten war 2015 mit minus 2.1% leicht rückläufig, stieg aber 2016 wieder auf plus 0.9% an. Gemäss KOF-Prognose setzt sich die positive Entwicklung in den Folgejahren fort. Für das vergangene Jahr beziffert die KOF den Zuwachs auf 1.5%, für 2018 auf 2.1% und für 2019 auf 2.2%. Das Ausgabenvolumen für zahnmedizinische Behandlungen wird 2019 rund 4.35 Milliarden Franken betragen.

Gemäss Erhebungen des Bundesamtes für Statistik wird der überwiegende Anteil der Gesamtkosten für Zahnbehandlungen durch die privaten Haushalte finanziert. Im Jahr 2016 waren es 77.6%. Bei Berücksichtigung der durch Privatversicherungen gedeckten Leistungen betrug der Anteil gar 93.5%.

Quelle: KOF, Konjunktur-Analyse
Letztmalige Aktualisierung: Juni 2018

Zahlungsmoral in der Schweiz

Aussagekräftige Indikatoren zur Beurteilung der Zahlungsmoral in der Schweiz sind die Anzahl der Firmen- und Privatkonkurse, die Anzahl der ausgestellten Zahlungsbefehle und die Anzahl der Pfändungsvollzüge. Im längerfristigen Rückblick ist eine kontinuierliche Verschlechterung der Zahlungsmoral festzustellen.

Der schweizerische Arbeitsmarkt präsentiert sich zurzeit in ausgezeichneter Verfassung. Gemäss KOF wird sich der positive Die Zahl der Zahlungsbefehle betrug im Jahr 2017 deutlich über 2.9 Millionen. Die Anzahl der Pfändungen stieg seit 2015 deutlich an und erreichte 2017 den Rekordwert von über 1.7 Millionen. Hohe Zuwachsraten sind auch bei den Konkurseröffnungen gegen Privatpersonen zu verzeichnen.

Quelle: KOF, Konjunktur-Analyse, *Creditreform
Letztmalige Aktualisierung: April 2018

Beschäftigung und Arbeitslosigkeit mit Prognose

Die Entwicklung der Arbeitslosenquote folgt – abgesehen von strukturell bedingten Ursachen – der konjunkturellen Entwicklung. In der Regel nimmt der Privatkonsum bei steigender Arbeitslosigkeit ab und umgekehrt. Bewegungen bei der Arbeitslosenquote sind für Zahnarztpraxen insofern interessant, als zahnmedizinische Behandlungen dem Privatkonsum zuzuordnen sind.

Im ersten Halbjahr 2018 hat der schweizerische Arbeitsmarkt stark zugelegt. Saisonbereinigt schufen die Firmen in den letzten sechs Monaten des laufenden Jahres rund 47'000 neue Stellen (Vollzeitäquivalente). Die KOF geht davon aus, dass sich der Stellenzuwachs kurzfristig fortsetzt. Für das laufende Jahr prognostiziert sie eine Wachstumsquote von 1.9%. 2019 reduziert sich das Wachstum auf den immer noch überdurchschnittlichen Wert von 1.3%.

Auch die Arbeitslosenquote ist weiterhin rückläufig: Bei den registrierten Arbeitslosen beträgt diese im laufenden Jahr 2.7% und sinkt 2019 auf 2.5%.2020 wird sie auf dieser Höhe stagnieren. Die International Labour Organization (ILO) erfasst auch die nicht registrieren Arbeitslosen. Für 2018 ist eine Quote von 4.7% zu erwarten. 2019 und 2020 wird sie 4.4% betragen.

Quelle: KOF, Konjunktur-Analyse
Letztmalige Aktualisierung: Oktober 2018

Arbeitslosenquote Schweiz

Die Arbeitslosigkeit trifft die Kantone und Regionen in unterschiedlichem Ausmass. Die elevanz der Arbeitslosenquote als Indikator für die Zahlungsfähigkeit der Patientinnen und Patienten hängt also unter anderem vom Standort der Zahnarztpraxis ab.

Bei der Arbeitslosenquote nach Kantonen hat sich das Bild nach der leichten Erholung in den Westschweiz im zweiten Quartal 2018 kaum verändert. In den kritischen Kantonen Neuenburg und Genf liegt die Quote der Arbeitslosen nach wie vor unter 4.5%. Im Kanton Schaffhausen ist die Quote leicht gestiegen. In den übrigen Regionen verharrt sie auf den bisherigen Werten.

 

Quelle: Sekretariat für Wirtschaft SECO
Letztmalige Aktualisierung: Oktober 2018

Realer privater Konsum

Gemäss Erhebungen der SSO bezahlen Patientinnen und Patienten in der Schweiz über 90% der zahnmedizinischen Behandlungen aus der eigenen Tasche. Die Tendenzen beim privaten Konsum wirken sich also zweifellos auch auf die Nachfrage nach Dienstleistungen der Zahnmedizin aus.

Die positive Entwicklung bei den Einkommen wirkt sich 2018 und 2019 auf den Konsum der privaten Haushalte aus. Mit einer Wachstumsrate von 1.7% im Jahr 2019 werden die Konsumausgaben leicht höher liegen als im laufenden Jahr. Für 2020 rechnet die KOF mit einem leichten Rückgang: Sie beziffert die Wachstumsrate auf rund 1.5%. Wohnen steht bei den Konsumausgaben an erster Stelle. Der Anteil der Ausgaben für die Gesundheitspflege wächst am schnellsten und beträgt mittlerweile 15%.

 

Quelle: KOF, Konjunktur-Analyse
Letztmalige Aktualisierung: Oktober 2018

Reales BIP mit Prognose

Das Bruttoinlandprodukt BIP widerspiegelt den gesamten Marktwert von Gütern und Dienstleistungen, die von einer Volkswirtschaft während eines gewissen Zeitraums produziert werden und für den Endverbrauch bestimmt sind. Das BIP beinhaltet die tatsächliche Wertschöpfung und ist damit die wichtigste Kennzahl für die Beurteilung der Produktivität einer Volkswirtschaft.

Die Schweizer Wirtschaft läuft auf Hochtouren. Gemäss Studien der KOF ist die Kapazitätsauslastung in der Schweizer Industrie wieder auf dem Stand von 2011. Als treibende Kräfte für den anhaltenden Aufschwung identifiziert die KOF positive Impulse aus der Welt- und Binnenwirtschaft. Sie geht davon aus, dass die starke Wirtschaftsleistung branchenübergreifend breit abgestützt ist und erhöht das in ihrer Sommerprognose kommunizierte Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) für das laufende Jahr von 2.5% auf 2.9%.

Für 2019 rechnet die KOF mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Ein Grund dafür sind Indikatoren aus der Weltwirtschaft. Ein weiterer Faktor ist der Ausfall von Lizenzeinnahmen aus Grossveranstaltungen der in der Schweiz domizilierten internationalen Sportverbände IOC und FIFA. Im nächsten Jahr werden keine solchen Sportveranstaltungen stattfinden. Deren Einnahmen werden zum BIP gezählt. Die KOF geht davon aus, dass das BIP 2019 auf 1.7% absinken und 2020 wieder um 2.1% zunehmen wird.

Quelle: KOF, Konjunktur-Analyse
Letztmalige Aktualisierung: Oktober 2018

Reales BIP und KOF-Konjunkturbarometer

Das KOF-Konjunkturbarometer basiert im Wesentlichen auf dem Modul «Kern-BIP», das rund 90% der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung in der Schweiz beinhaltet. Die Messmodelle des «Kern-BIP» sind «Schweizer Industrie», «Schweizer Konsum» und «Exportdestination EU». Die Daten in den Sektoren Bau- und Kreditgewerbe werden separat erhoben.

Um ein stets aktuelles Bild der Konjunktursituation zu zeichnen, befragt die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH vierteljährlich rund 11'000 Unternehmen über die Absatzentwicklungen in ihren Märkten und ihr Investitionsverhalten.

In den ersten Monaten dieses Jahres verzeichnete das Barometer generell einen Abwärtstrend. Unterbrochen wurde dieser durch eine leichte Erholung in den Monaten Juni und Juli. Der Tiefststand von 99.9 Punkten wurde im August erreicht. Im September machte das Barometer einen Sprung nach oben und lag am Ende des dritten Quartals bei 102.2 Punkten. Dieser Wert liegt nun wieder leicht über dem langjährigen Durchschnitt von 101.7 Punkten.

Gemäss KOF werden die Wachstumsraten der Schweizer Wirtschaft in den nächsten Monaten ebenfalls geringfügig über den Durchschnittswerten der letzten zehn Jahre liegen. Den mit Abstand grössten Wachstumsbeitrag leistet die Industrie. Zur positiven Entwicklung tragen auch die Exportwirtschaft und die Finanzindustrie bei. Die Indikatoren aus den übrigen Branchen weisen auf ein nur geringes Wachstum oder auf Stagnation hin.

Quelle: KOF, Konjunktur-Analyse
Letztmalige Aktualisierung: Oktober 2018

Konsumentenpreise mit Prognose

Im Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) basiert auf einem Warenkorb, in dem auch Leistungen im Bereich Gesundheitspflege angemessen berücksichtigt sind. Der Landesindex dient der Beobachtung der Preisentwicklung und wird beispielsweise für die Anpassung von Löhnen und Mieten wie auch von Tarifen, zum Beispiel dem SSO-Tarif, herangezogen.

Bis im August des laufenden Jahres lag die Jahresteuerung gemessen am Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) bei 0.9% Im Juli stieg die Inflationsrate auf 1.2% und verblieb im August auf diesem Wert. Die Inlandteuerung stieg im Laufe der ersten acht Monate von 0.3% auf 0.5%. Deutlich höher war die Zuwachsrate bei Importprodukten. Diese verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 3.0%.

In der aktuellen Prognose erwähnt die KOF explizit den ungewöhnlich hohen Preisanstieg von zahnärztlichen Dienstleistungen im Juli dieses Jahres. Das Institut führt diesen Teuerungsschub auf die Einführung des neuen Tarifs «Dentotar» zurück.

Insgesamt prognostiziert die KOF für das laufende Jahr eine durchschnittliche Teuerungsrate von 1.0%. Für 2019 hat sie die Sommerprognose um 0.2 Prozentpunkte nach oben korrigiert und schätzt die Teuerungsrate auf 0.8% Für 2020 erwartet sie eine Gesamtteuerung von 0.7%.

Quelle: KOF, Konjunktur-Analyse
Letztmalige Aktualisierung: Oktober 2018

Devisenkurse mit Prognose

Eine höhere Bewertung des Euro gegenüber dem Schweizer Franken ist mittelfristig nicht zu erwarten. Somit wird der starke Franken für manche Schweizer Patientinnen und Patienten weiterhin ein Anreiz sein, zahnmedizinische Behandlungen im Ausland in Anspruch zu nehmen. Diesem Trend können Zahnarztpraxen in der Schweiz mit einem exzellenten Service entgegenwirken.

Im dritten Quartal ist der Schweizer Franken leicht erstarkt. Dennoch geht die KOF nicht von drastischen Margeneinbussen in der Schweizer Industrie aus. Auch eine Anhebung der Zinsen durch die Schweizerische Nationalbank SNB ist in den nächsten Monaten kaum zu erwarten. Die KOF erwartet zurzeit keine signifikante Änderung des Wechselkurses des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro. Im Sinne einer «technischen Annahme» geht sie von 1.13 aus.

Quelle: KOF, Konjunktur-Analyse
Letztmalige Aktualisierung: Oktober 2018